Einleitung

Hallo, hier unsortiert verschiedene Tipps und Tricks für den Flugzeug Modellbau.

Depron

Depron lässt sich sehr gut mit dem heißen Draht teilen. Einfach auf ein Brett legen, links und rechts 1mm Balsaholz als Schablone und los geht's. 1mm Depron!
Depron biegt sich schlecht um kleine Radien, auch das 3mm Depron, deshalb immer dünner schleifen, schneiden. 3D Rundungen kann man sofort vergessen. Dafür aus dem vollen schleifen.
Depron ist zwar leicht, der Kleber wiegt aber auch etwas, deshalb sparsam verwenden. Holzleim klebt Depron zwar gut, allerdings ist er unmöglich zu schleifen. Wirklich unmöglich! Depron-Flächen werden super leicht (50g für eine 2m Fläche!), aber immer einen Balsaholm benutzen. Ein Depronholm ist ein Witz.

Styropor

Schablonen am besten aus Metall (gutes Gleiten ist wichtig!) oder Sperrholz. Balsa geht zwar schnell, allerdings schneidet der Draht (besonders wenn er dünn ist) sehr gut durch die Balsa-Schablone.

Beim Beplanken immer mit super viel Druck schaffen. Ein Stoß Bücher reicht nicht. Meine eigenen Versuche ergaben eine ungenügende Verklebung. Besser mit zwei Brettern und vielen Schraubzwingen
Im Baumarkt gibt es 0.5 mm transparente Folie. Die mit etwas Autopolitur (drei mal) behandeln und darauf laminieren. Gibt ein super Finish.
Der Holm aus stehend Balsa zeigt sich sehr schnell durch die Beplankung. Außerdem bin ich inzwischen der Meinung, dass es bei einer Styrofläche keinen Holm braucht. Statt dessen die Gurte großflächig verteilen, dann dient das Styro als Holm.
Beplanken mit Balsa geht sehr gut mit Holzleim. Auf das Holz und das Styro mit einem Schaumstoffroller auftragen und warten. Danach die Beplankung mit dem Bügeleisen aufbügeln. Geht super, selbst die Nasenleiste. Auf der anderen Seite zieht der Holzleim nicht richtig ins Holz. Weil es eine großflächige Verklebung gibt, hält es aber trotzdem.
Styro kann man auch gut mit Bespannfolie bespannen. Einfach mal mit dem Bügeleisen einen Test machen, ihr werdet überrascht sein, wie viel Hitze das Styro aushält.
Ruderhörner bei beplankten Flächen immer oben und unten verkleben. Wenn sie nur oben verklebt sind, dann verbiegt sich nur die Beplankung bei starker Last.

Epoxy

Positiv

Laminieren einer komplexen Form immer mit Köppergewebe und viel Harz. Falls das Gewebe irgendwo absteht gibt es Beulen und die sind unmöglich wegzuschleifen. Folie auf oder unterlegen bringt nicht viel, weil sie meistens nicht richtig anliegt. Resultat: Beulen. Besser geht da das feste Umwickel mit Klebeband oder ähnlichem. Das drückt das Harz richtig raus und das Gewebe liegt überall an. Eine Positiv-Form am besten mit Klebeband bekleben. Dann geht sie meistens zerstörungsfrei wieder weg. Styropor nicht mit Azeton auslösen. Da kann auch das Laminat weich werden.

Ein guter Link: http://www.swiss-composite.ch Sehr gute Artikel über Gewebe und alles was dazu gehört.

Negativ

Falls ohne Vakuum laminiert wird, muss unbedingt mit Harzüberschuss gearbeitet werden. Ansonsten sind Luftblasen garantiert. Kevlar lässt sich schlecht schleifen, deshalb lieber vermeiden. Kohle ist doch auch nett.

Steckhaube super-Tipp

Steck-hauben für Segler laminieren geht sehr gut mit einer Positiv-Form und zwei Kondomen. Kondom aufziehen (auf die Form natürlich!), laminieren und dann das zweite Kondom drüber. Bis auf den Geruch nach Latex gibt das eine super Haube. Leider gibt es die Kondome nicht in der Elefanten-größe, sonst könnte man auf die Art locker ein ganzes Flugzeug bauen, deshalb bei größeren Teilen wieder Vakuum.

Rippen-bauweise

Wenn bei der Rippen-bauweise die Beplankung gestückelt wird, dann die Stoßgrenzen immer auf eine Rippe oder Holm legen. Nur so kann man auch mal nachschleifen. Außerdem kann sich beim späteren Bespannen mit Bügelfolie nichts lösen.
Falls mit Holzleim und Bügleisen gearbeitet wird, den Holzleim immer auf beide Seiten auftragen. Der Leim muss nämlich etwas ins Holz einziehen, und dass kann er nicht, wenn er nur aufgebügelt wird. Solch eine Verklebung löst sich wenn man sie nur schief ansieht.

Vor dem Bespannen immer den Staub abbürsten. Ich habe da eine Schuhbürste und es ist überraschend, wieviel Staub da raus kommt.

Streifen-beplanken

Rümpfe mit Balastreifen beplanken ist eine super Sache. Rümpfe am besten in Halbschale. Da kann man nachher überall ran, und kann auch noch mal von innen nachkleben/schleifen/Rippen entfernen. Mein Fehler wegen nicht in Halbschale gebaut: eine unnötige Fummelei bei meinem Segler. Die Anlenkungen waren nicht richtig zu verlegen. Bei meiner F9F Panther gab es Schwierigkeiten beide Seiten symmetrisch zu bekommen und ich konnte nicht an beiden Hälften gleichzeitig arbeiten sondern musste immer warten bis der Holzleim trocken war.
Beplanken immer mit ausreichend dickem Holz. Da kann man nachher noch mal drüberschleifen. Bei 1mm Balsa geht das nicht.

Tragfläche klassisch

Falls Rippen im Block hergestellt werden wird der Block sehr schnell sehr breit. Ab fünf Zentimeter ist so ein Block nicht mehr richtig zu handhaben. Die Rippen gleich auf Maß schneiden spart Schleifarbeit und geht schneller. Mein Fehler: Einen riesigen Block auf einmal schleifen wollen. Zwei Stunden später war ich dann fertig.
Ein Rippenabstand von zehn Zentimeter ist bei einer voll beplankten Fläche die Grenze. Mein Fehler: Meine Beplankte Fläche ist unnötig wellig.

Nach dem Beplanken nicht mehr großflächig schleifen. Alle Stellen auf den Rippen werden verstärkt abgeschliffen. Mein Fehler: Einige Stellen an meiner Tragfläche sind nicht mehr im Profil. Ohne Schleifen wären sie nur rau gewesen

Bei der Nasenleiste nicht versuchen das Balsa rum zu würgen. Das geht zwar, ist allerdings viel zu aufwendig. Besser einfach nach dem Beplanken die ersten 3mm bis 5mm wieder abschneiden, plan schleifen und zwei Balsastreifen draufkleben. Danach schön verschleifen.

Leitwerke

Höhen und Seitenleitwerke können auf ganz verschiedene Arten gebaut werden.

Das Einfachste ist immer noch ein Balsabrett, gegebenenfalls lackiert. Vorsicht: nicht geeignet für SAL Segler. Den Flug hält das locker aus, bei der ersten Landung ist mir das glatt in der Mitte durchgebrochen.

Ich habe auch viele Versuche mit Gewebe gemacht. Meine Fehler; Sachen, die man nicht machen sollte, und warum:

  • Gewebe nicht einfach auflegen und festkleben. Eine viel bessere Oberfläche gibt es, wenn man es zwischen zwei Folien verpresst. Am Besten mit Schraubzwingen und etwas Schaumstoff.
  • Wer zu wenig Epoxi nimmt bekommt keine glatte Oberfläche. Das Gewebe bleibt sichtbar (allerdings wird das Ganze auch leichter).
  • Als Kernmaterial reicht Depron allemal. Balsa ist nicht nötig, es nimmt sogar mehr Epoxy auf.
  • Die Folie nicht zu dünn wählen. Die Struktur scheint durch und es kann sogar Wellen geben. Am Besten Acryl Folie vom Baumarkt.
  • Kernmaterial nicht vorher lackieren. So klebt man nur das Gewebe auf den Lack.
  • Bei großen Seglern auf alle Fälle die Ruder verstärken. Ansonsten wird es zu weich.
  • Kohle Rowinge unbedingt aufweiten. Ansonsten treten sie etwas aus der Oberfläche hervor.
  • Kohle-Gewebe braucht sehr viel Epoxy. Gibt aber auch eine glatte Oberfläche.
  • Bei der Endleiste unbedingt mit viel Epoxy, Kohle und/oder Glas Bubbles arbeiten.
  • Nasenleiste kann man gut mit einem nachher auflaminierten Kohle-rowing gestalten.

Sonstiges

Hülsen für Kohlerohre lassen sich einfach aus Papier selber herstellen. Papier einmal fest um das Kohlerohr wickeln und dann mit Weißleim einstreichen und weiterwicklen. Überprüfen ob der Kohlestab nicht schon festgeklebt ist und dann das ganze noch mal leicht feucht machen, damit sich die letzten Falten rausziehen. Dabei das Kohlerohr drin lassen. Diese Hülse eignet sich super für Tragflächenverbinder.

Die Servos sollten bei allen Flugzeugen in die gleiche Richtung laufen. Man kann sie zwar sehr einfach am Sender umstellen, aber Fehler passieren immer wieder. Hätte ich diese Regel beachtet, dann hätte ich ein Flugzeug mehr.


Last updated August 22 2012